Unsere Vorgehensweise
Ein Klettergurt muss vor allem sicher sitzen, zur eigenen Körperform passen und für den vorgesehenen Einsatz geeignet sein. Dieser Ratgeber konzentriert sich deshalb nicht auf kurzfristige Produkt-Rankings oder kurzfristige Preis- oder Verfügbarkeitsangaben, sondern auf die Merkmale, die Du beim Kauf tatsächlich beurteilen kannst: Gurtart, Passform, Verstellbereich, Einbindepunkte, Materialschlaufen und die Angaben des Herstellers.
Für Hallenklettern, Sportklettern, Klettersteig oder alpine Touren können unterschiedliche Bauarten sinnvoll sein. Entscheidend ist, dass der Gurt in der vorgesehenen Kleidung korrekt eingestellt werden kann und weder nach unten rutscht noch unangenehm einschneidet. Nutze die folgenden Kriterien als Kaufhilfe und orientiere Dich bei sicherheitsrelevanten Fragen zusätzlich an Herstelleranleitung, Kletterhalle oder qualifizierter Fachberatung.
Kaufberatung: Das Wichtigste in Kürze
- Passform vor Ausstattung: Der Hüftgurt muss oberhalb der Hüftknochen sicher sitzen. Beinschlaufen sollen Bewegungsfreiheit bieten, ohne so locker zu sein, dass sich der Gurt beim Hängen ungünstig verdreht.
- Gurtart passend zum Einsatz wählen: Hüftgurte sind beim Sportklettern verbreitet, während Komplettgurte für bestimmte Körperproportionen, Kinder oder spezielle Einsatzbereiche sinnvoll sein können.
- Verstellbereich prüfen: Wer mit unterschiedlich dicker Kleidung klettert, benötigt ausreichend Reserve an Hüft- und Beinschlaufen. Ein größerer Einstellbereich ist besonders bei wechselnden Jahreszeiten praktisch.
- Sicherheitsrelevante Teile kennen: Einbindepunkte und Sicherungsring erfüllen eine andere Aufgabe als Materialschlaufen. Materialschlaufen dürfen nicht als Sicherungspunkt verwendet werden.
- Zustand regelmäßig kontrollieren: Abrieb, beschädigte Nähte, Schnitte, starke Verfärbungen oder Kontakt mit aggressiven Chemikalien sind Warnzeichen. Maßgeblich sind immer die Herstellerangaben zur Nutzung und Aussonderung.
Welche Eigenschaften sind beim Klettergurt wirklich wichtig?
Ein guter Klettergurt ist nicht automatisch der am stärksten gepolsterte oder teuerste. Bei der Auswahl zählt zuerst, ob der Gurt zur Körperform passt. Zwei Personen mit gleicher Konfektionsgröße können unterschiedliche Hüft- und Oberschenkelumfänge haben. Deshalb ist eine Anprobe wesentlich aussagekräftiger als eine reine Größenangabe. Der Hüftgurt sollte sich sauber schließen lassen und in der vom Hersteller vorgesehenen Position sitzen. Gleichzeitig darf er die Atmung und Bewegung nicht unnötig einschränken.
Auch die Beinschlaufen beeinflussen Komfort und Sicherheit. Zu enge Schlaufen können beim Hängen drücken, zu weite Schlaufen können den Sitz verschlechtern. Verstellbare Beinschlaufen sind besonders praktisch, wenn Du im Sommer in dünner Kleidung und im Winter mit zusätzlichen Schichten kletterst. Fixe Beinschlaufen sind leichter und unkompliziert, müssen aber besonders gut zur eigenen Anatomie passen.
Hüftgurt oder Komplettgurt?
Der klassische Hüftgurt bietet viel Bewegungsfreiheit und ist für viele Erwachsene beim Hallen- und Sportklettern die übliche Wahl. Ein Komplettgurt umfasst zusätzlich den Oberkörper und kann bei bestimmten Körperproportionen oder bei kleinen Kindern sinnvoll sein. Welche Bauart geeignet ist, lässt sich nicht allein über Alter oder Gewicht entscheiden. Körperproportionen, Einsatzbereich und Herstellerfreigaben gehören zusammen betrachtet.
Schnallen und Verstellung
Moderne Klettergurte nutzen unterschiedliche Schnallensysteme. Manche Modelle werden nur auf einer Seite eingestellt, andere lassen sich beidseitig zentrieren. Wichtig ist weniger die Anzahl der Schnallen als ihre eindeutige Bedienung und die Möglichkeit, den Einbindepunkt mittig auszurichten. Prüfe vor jeder Nutzung, ob alle Schnallen entsprechend der Herstelleranleitung geschlossen sind und freie Gurtenden ausreichend geführt werden.
Polsterung und Belüftung
Breite Polster können bei längeren Sicherungspausen oder beim Hängen angenehm sein, machen einen Gurt aber meist schwerer und voluminöser. Leichte Gurte setzen häufig auf dünnere Konstruktionen und eine gezielte Lastverteilung. Für kurze Halleneinheiten kann ein minimalistisches Modell völlig ausreichend sein, während bei langen Routen Komfort stärker ins Gewicht fällt. Bei warmen Bedingungen ist außerdem eine luftdurchlässige Innenstruktur angenehm.
Materialschlaufen und Zubehör
Materialschlaufen transportieren Expresssets, Karabiner oder weiteres Zubehör. Für die Kletterhalle genügen häufig wenige gut erreichbare Schlaufen. Wer Mehrseillängen oder alpine Routen plant, benötigt eventuell mehr Platz. Dabei gilt: Materialschlaufen sind keine Einbindepunkte. Zubehör sollte außerdem so angeordnet sein, dass es weder die Bedienung des Gurtes noch den Partnercheck erschwert.
Gewicht und Packmaß
Für den Weg zur Halle spielt das Gewicht kaum eine Rolle. Bei alpinen Touren oder längeren Zustiegen kann ein leichter Gurt dagegen spürbar angenehmer sein. Ein sehr niedriges Gewicht sollte aber nicht auf Kosten von Passform oder sinnvoller Ausstattung gehen. Wer den Gurt häufig im Rucksack transportiert, profitiert zusätzlich von einem kompakten Packmaß und einer passenden Transporttasche.
Kaufentscheidung nach dauerhaften Kriterien
Modelle, Varianten und Verfügbarkeiten ändern sich regelmäßig. Deshalb ist es nachhaltiger, einen Klettergurt anhand klarer Kriterien auszuwählen, statt sich auf eine momentane Rangliste zu verlassen. Vergleiche bei konkreten Modellen die Größentabelle, den vorgesehenen Einsatzbereich, die Verstellmöglichkeiten und die Herstellerinformationen. Bei sicherheitsrelevanter Ausrüstung ist eine fachkundige Anprobe besonders wertvoll. So bleibt die Kaufentscheidung auch dann sinnvoll, wenn einzelne Modellvarianten später nicht mehr angeboten werden.
Klettergurt bei Stiftung Warentest
Bei unserer Suche in den Verbraucherportalen von Stiftung Warentest (www.test.de) oder bei Konsument.at (vergleichbar in Österreich) konnten wir keinen Klettergurt Test finden. Wir haben daher hier die Informationen zusammengetragen, die wir im Internet zu den einzelnen Anbietern und deren Klettergurten finden konnten und zeigen diese im Vergleich. Auch haben wir uns andere Seiten, die selbst Tests publizieren, angesehen und lassen deren Ergebnisse in unsere Texte mit einfließen.
Stiftung WarentestUnser Ratgeber Bereich: Wichtige Fragen und Antworten auf die Du vor dem Kauf eines Klettergurts achten solltest
Welcher Klettergurt passt am besten zu dir?
Bist du ein Alpinkletterer ist ein Komplettklettergurt empfehlenswert. Das liegt daran, dass das Gewicht des Produkts mehr Sicherheit bietet und dich so bei einem Sturz schützt. Für Sportkletterer empfiehlt sich ein Hüftklettergurt, welcher dir Bewegungsfreiheit bietet. Im Vergleich zu anderen Gurttypen ist dieser außerdem leicht, weshalb du damit auch auf Zeit klettern kannst.
Bei dem Kauf eines Klettergurtes ist es wichtig, dass dieser passt. Dabei sollten die Beinschlaufen weder zu eng noch zu weit sein. Schneidet der Gurt an einer Stelle des Körpers ein oder wetzt dort, ist dieser keine gute Wahl. Ein Gurt der passt, gewährt dir optimale Sicherheit.

Wie viel kostet ein guter Klettergurt?
Schon ab einem Preis von 50 Euro erhältst du einen hochwertigen Hüftklettergurt. In Abhängigkeit von den Extras, dem Modell und der Marke kann der Preis mehr als 100 Euro sein. Bist du eine Frau und suchst ein Modell, gibt es gute Produkte bereits ab 65 Euro. Ein hochwertiger Komplettklettergurt ist schon ab 60 Euro erhältlich. Es kann sich lohnen mehr in den Gurt zu investieren, um ein Accessoire in einer höheren Qualität zu erhalten.
Wie lange kann man einen Klettergurt benutzen?
Die Haltbarkeit eines Klettergurtes hängt davon ab, wie häufig du diesen verwendest. Ein oftmals genutzter Gurt nutzt sich schneller ab. Benutzt du deinen Gurt lediglich einmal im Jahr, hast du erst nach etwa sieben Jahren an ein neues Produkt zu denken. Verwendest du deinen Klettergurt mehrmals monatlich, ersetze diesen nach drei Jahren.
„Achte bei deinem Gurt auf die Abnutzungserscheinungen, die besonders an den Beinschlaufen auftreten.“
Wer sollte einen Kinderklettergurt tragen?
Nehmen deine Kinder an Klettertouren teil oder trainieren in einer Halle, brauchen diese einen Kinderklettergurt. Diese Gurte sind in unterschiedlichen Größen erhältlich. Wähle den Gurt in Abhängigkeit von der Größe und dem Gewicht deines Kindes. Schon für Kleinkinder kannst du gute Klettergurte erwerben. Auf der Verpackung eines Gurtes kannst du das maximale Gewicht und die Größe nachlesen.
Wann sollten deine Kinder einen Klettergurt tragen?
Möchte dein Kind in einer Halle oder auf einem Berg klettern, wähle einen Klettergurt. Ebenso ist ein Gurt bei einer Bergtour sinnvoll. Denn auch dort kann es gefährliche Bereiche geben, weshalb ein Gurt hilfreich ist.
Welche Eigenschaften sollte ein guter Kinderklettergurt haben?
Einen hochwertigen Kindergurt erkennst du an dessen Polsterung. Achte darauf, dass die Beinschlaufen ein entsprechendes Polster besitzen und diese gut einstellbar sind. Da Kinder wachsen, ist es meist notwendig in der nächsten Saison einen neuen Gurt zu kaufen. Für Kleinkinder empfiehlt sich ein Komplettklettergurt.
Junge Menschen tendieren dazu den körperlichen Schwerpunkt im hinteren Bereich zu haben. Daher kann es passieren, dass das Kind nach hinten kippt und sich dadurch verletzt. Aus diesem Grund ist ein Komplettklettergurt sinnvoll, denn dieser besitzt einen implementierten Brustgurt, der ein Kippen verhindert.
Für ältere Kinder ist ein Hüftgurt sinnvoll. Eine Regelung, ab welchem Alter ein solcher Gurt sinnvoll ist, gibt es nicht. Deshalb empfiehlt sich eine professionelle Beratung, bevor ein Gurt ausgewählt wird.
Wie viel kostet ein guter Kinderklettergurt?
Einen hochwertigen Kinderklettergurt bekommst du zwischen 50 und 65 Euro. Der Preis unterscheidet sich dabei in Abhängigkeit vom Modell, der Marke und der Gurtart. Ein größerer Klettergurt kostet meist mehr Geld. Im Allgemeinen sind die Preisunterschiede jedoch weniger groß. Nicht immer ist der hochpreisigste Gurt auch der beste Klettergurt. Meist sind Komplettgurte für Kinder teurer als beispielsweise ein Hüftklettergurt.

Triff Deine Kaufentscheidung: Welcher der vorgestellten Klettergurte passt am besten zu Dir?
Es gibt zwei verschiedene Arten an Klettergurten. Zu diesen gehören:
- Kombigurt
- Hüftgurt
Jede Art hat eine andere Gurtform, weshalb auch das Anwendungsgebiet variiert. Es entstehen somit individuelle Vor- und Nachteile. In Abhängigkeit vom Einsatzgebiet und den Sicherheitswünschen eignen sich somit andere Klettergurte für jede Person. Am besten liest du dir unsere Empfehlung zu den einzelnen Gurtarten durch, um das passende Produkt zu finden.
Wie funktioniert ein Hüftgurt und worin liegen dessen Vorteile und Nachteile?
Unter den Klettergurten sind die Hüftgurte am bekanntesten. Diese sind häufig in Kletterhallen zu finden. Diese Gurte zeichnet aus, dass sie an den Oberschenkeln und an der Hüfte anliegen. Du hast somit viel Bewegungsfreiheit, weshalb du diese Gurte als Sportkletterer nutzen solltest.
Wenn du möchtest, kannst du den Hüftgurt auch für Eisklettern, Klettersteige oder Klettertouren verwenden. Es gibt viele Einsatzoptionen. Manche Hersteller bieten für eine der genannten Klettervarianten sogar spezielle Gurte an.
Vorteile
- Bewegungsfreiheit ist groß
- Ideal für Sportkletterer
- Vielseitig verwendbar
Nachteile
- Geeignet für hohe Lasten
- Oberkörper kippt über
Du kannst diesen Klettergurt mit einem kleinen Rucksack tragen, denn dieser Gurt befindet sich nicht im Bereich des Rückens. Zudem fällst du bei einem Sturz weich und sitzt auch bei längeren Klettertouren bequem.
Benutzt du einen schweren und großen Rucksack ist der Hüftgurt wenig sinnvoll. Ebenso eignet sich dieser Klettergurt nicht für Menschen mit Übergewicht. Das liegt daran, dass der Schwerpunkt des Körpers verschoben wird.
Wie funktioniert ein Komplettgurt und worin liegen dessen Vorteile und Nachteile?
In einem Komplettgurt ist ein Hüftgurt und Brustgurt enthalten. Auf diese Weise kippst du beim Klettern nicht über. Für alle Anfänger oder ängstlichen Kletterer ist ein solcher Gurt eine gute Wahl. Der Brustgurt ist ideal für Menschen mit Übergewicht oder einem schweren Rucksack. Auch für Kinder und kleinere Personen sind diese Gurte erhältlich. Der Hüft- und Brustgurt ist miteinander verknüpft, sodass du diesen einfach an- und ausziehen kannst.
Vorteile
- Kein Überkippen
- Einfach an- und auszuziehen
- Ideal für hohe Lasten
Nachteile
- Ungeeignet für Sportkletterer
- Position ist unbequem
- Schwerer Gurt
In der Regel kommt diese Gurtart beim Sportklettern nicht zum Einsatz. Das liegt daran, dass dieser Gurt eher unbequem ist und Stürze wenig abfedert. Der Komplettgurt besitzt mehr Schnallen und Gurte wie ein Hüftgurt. Aus diesem Grund ist der komplette Gurt auch schwerer als ein Hüftgurt.
Was sind die Kaufkriterien und wie kannst Du die einzelnen Klettergurte miteinander vergleichen?
Du kannst Klettergurte mithilfe unterschiedlicher Faktoren bewerten und vergleichen. Mithilfe dieser Kaufkriterien findest du im Handumdrehen einen passenden Klettergurt. Achte beim Kauf deines Gurtes auf das Folgende:
- Gurtart
- Passform
- Verstellbarkeit
In den nächsten Absätzen erfährst du von uns mehr zu den einzelnen Bewertungskriterien.
Passform
Es ist wichtig, dass der Klettergurt eine gute Passform besitzt. Wählst du einen Gurt, der dir nicht richtig passt, wird dich dieser beim Klettern stören und wenig schützen. Dein Verletzungsrisiko steigt somit mit dem Produkt an.

Kaufst du einen Komplettklettergurt, achte auch auf die Schlaufen an der Schulter und dem Oberkörper. Diese müssen ebenso gut passen, um dich bei einem Sturz zu sichern.
Gurtart
Die Wahl der Gurtart ist wichtig. Als Sportkletterer benötigst du Bewegungsfreiheit und Leichtigkeit, weshalb sich der Hüftgurt empfiehlt. Liegt dein körperlicher Schwerpunkt, aufgrund eines schweren Rucksacks, im hinteren Körperbereich ist ein Komplettklettergurt sinnvoll. Es ist sinnvoll sich vor dem Kauf zu überlegen, welcher Gurt zu den eigenen Vorlieben passt.
Verstellbarkeit
Hast du Kinder und suchst für diese nach einem Klettergurt, muss dieser verstellbar sein. Das liegt daran, dass deine Kinder noch wachsen. Wähle am besten einen Gurt, der in der kleinsten Einstellung passt. So hast du länger Freude am Klettergurt.
Klettergurt richtig anprobieren und einstellen
Ein Klettergurt muss zur eigenen Körperform passen und sich in der vorgesehenen Position sicher schließen lassen. Der Hüftgurt sitzt oberhalb der Hüftknochen und darf sich im geschlossenen Zustand nicht über die Hüfte nach unten ziehen lassen. Gleichzeitig sollte er nicht so eng sein, dass Atmung oder Bewegung unangenehm eingeschränkt werden. Bei den Beinschlaufen ist etwas Bewegungsfreiheit sinnvoll; sie dürfen weder stark einschneiden noch so locker sein, dass sich der Gurt beim Hängen verdreht.
Vor dem Kauf lohnt sich eine Anprobe mit der Kleidung, die beim Klettern typischerweise getragen wird. Wer im Winter mit mehreren Schichten unterwegs ist, benötigt mehr Verstellbereich als beim Hallenklettern in dünner Sportkleidung. Nach dem Einstellen werden alle Schnallen und Gurtenden entsprechend der Herstelleranleitung kontrolliert. Bei Unsicherheit sollte ein Fachgeschäft oder eine qualifizierte Kletterbetreuung die Passform prüfen.
Hüftgurt, Komplettgurt und Brustgurt unterscheiden
Beim Sportklettern in der Halle und am Fels ist der Hüftgurt die häufigste Bauart. Er bietet viel Bewegungsfreiheit und ist vergleichsweise leicht. Komplettgurte umfassen zusätzlich den Oberkörper und werden unter anderem bei kleinen Kindern oder besonderen Einsatzsituationen verwendet. Ob ein Komplettgurt notwendig ist, hängt von Körperbau, Alter, Einsatzbereich und den Vorgaben des Herstellers beziehungsweise der betreuenden Fachperson ab.
Ein separater Brustgurt ist kein eigenständiger Ersatz für einen Hüftgurt. Er wird, sofern vorgesehen, nur in einer dafür geeigneten Kombination verwendet. Wer mit schwerem Rucksack, auf Klettersteigen oder in alpinem Gelände unterwegs ist, sollte die passende Sicherungsausrüstung nicht allein anhand allgemeiner Internetempfehlungen auswählen.
Schnallen, Einbindepunkt und Sicherungsring kontrollieren
Vor jeder Nutzung werden Schnallen, Gurtband, Einbindepunkte und Sicherungsring sichtbar kontrolliert. Ausgefranste Bereiche, beschädigte Nähte, Schnitte, Verfärbungen durch Chemikalien oder ungewöhnliche Verformungen sind Warnzeichen. Ein beschädigter Klettergurt gehört nicht weiter verwendet, bis Hersteller oder qualifizierte Fachperson die weitere Nutzung ausdrücklich bestätigen.
Moderne Gurte besitzen unterschiedliche Schnallensysteme. Manche werden einmal passend eingestellt, andere lassen sich an beiden Seiten des Hüftgurts zentrieren. Wichtig ist nicht die Zahl der Schnallen, sondern dass sie korrekt geschlossen sind und der Einbindepunkt mittig sitzt. Beim Einbinden und Partnercheck gelten die Regeln der jeweiligen Kletteranlage beziehungsweise Ausbildung.
Materialschlaufen sind keine Sicherungspunkte
Materialschlaufen dienen zum Transport von Expresssets, Karabinern oder anderem Zubehör. Sie sind nicht dafür gedacht, das Körpergewicht zu tragen oder als Einbindepunkt verwendet zu werden. Das ist ein wichtiger Unterschied, weil Materialschlaufen optisch robust wirken können, konstruktiv aber eine andere Aufgabe haben.
Wie viele Materialschlaufen sinnvoll sind, hängt vom Einsatzbereich ab. Für die Kletterhalle reichen oft wenige Schlaufen, während längere Routen oder alpine Touren mehr Stauraum am Gurt erfordern. Für zusätzlichen Kopfschutz findest Du unseren Kletterhelm-Vergleich. Wer am Klettersteig unterwegs ist, sollte außerdem ein passendes Klettersteigset verwenden.
Klettergurt für Kinder auswählen
Bei Kindern ist die Passform besonders wichtig. Körperproportionen verändern sich mit dem Wachstum, weshalb ein Gurt regelmäßig neu eingestellt und auf seine Eignung überprüft werden muss. Ein Modell sollte nicht absichtlich zu groß gekauft werden, nur damit das Kind möglichst lange hineinwächst. Der Gurt muss in der aktuellen Körpergröße sicher sitzen.
Welche Bauart für ein Kind geeignet ist, sollte anhand der Herstellerangaben und idealerweise mit Unterstützung einer qualifizierten Kletterbetreuung entschieden werden. Gerade bei kleinen Kindern kann ein Komplettgurt sinnvoll sein, weil der Körperschwerpunkt anders liegt als bei Erwachsenen. Gewicht, Hüftumfang, Beinumfang und Körperproportionen müssen zusammen betrachtet werden.
Pflege, Lagerung und Lebensdauer
Klettergurte werden trocken, sauber und vor direkter Sonne geschützt gelagert. Starke Hitze, aggressive Reinigungsmittel, Säuren, Lösungsmittel und andere Chemikalien können das Material schädigen. Verschmutzungen werden nur nach Herstellerangabe gereinigt. Nach feuchter Nutzung sollte der Gurt vollständig an der Luft trocknen, bevor er verstaut wird.
Für die Lebensdauer gibt es keine pauschale Jahreszahl, die für jeden Gurt und jede Nutzung gilt. Hersteller nennen maximale Lager- und Nutzungszeiten sowie Kriterien für eine frühere Aussonderung. Intensive Nutzung, Stürze, Abrieb oder chemische Belastung können die tatsächliche Lebensdauer verkürzen. Deshalb ist die individuelle Herstellerangabe wichtiger als allgemeine Faustregeln.
Typische Fehler beim Kauf vermeiden
- Nur nach Konfektionsgröße kaufen: Körperproportionen unterscheiden sich, daher ist eine echte Anprobe sinnvoll.
- Zu großen Gurt wählen: Ein Gurt darf nicht nur deshalb locker sitzen, damit er später noch passt.
- Materialschlaufen mit Sicherungspunkten verwechseln: Sie haben unterschiedliche Aufgaben.
- Nur auf Polsterung achten: Komfort ist wichtig, ersetzt aber keine korrekte Passform und richtige Bedienung.
- Herstellerangaben zur Lebensdauer ignorieren: Alter und Zustand müssen gemeinsam betrachtet werden.
- Partnercheck auslassen: Vor dem Klettern sollten Einbindung, Gurt und Sicherung gegenseitig kontrolliert werden.
Häufige Fragen zu Klettergurten
Der Hüftgurt muss sicher oberhalb der Hüftknochen sitzen und darf sich nicht nach unten über die Hüfte ziehen lassen. Gleichzeitig soll er Bewegungsfreiheit ermöglichen. Maßgeblich sind die Herstellerangaben.
Das hängt von Hersteller, Alter, Lagerung, Nutzung und Zustand ab. Die maximale Lebensdauer steht in der Herstellerdokumentation; sichtbare Schäden können eine frühere Aussonderung erforderlich machen.
Ein Hüftgurt umfasst Hüfte und Oberschenkel und bietet viel Bewegungsfreiheit. Ein Komplettgurt umfasst zusätzlich den Oberkörper und wird für bestimmte Körperproportionen oder Einsatzbereiche genutzt.
Nein. Materialschlaufen dienen zum Transport von Ausrüstung und sind keine Einbindepunkte oder Sicherungspunkte für das Körpergewicht.
Der Gurt muss zur aktuellen Körpergröße und zu den Proportionen des Kindes passen. Herstellerangaben zu Gewicht und Umfang sind zu beachten; bei kleinen Kindern kann ein Komplettgurt sinnvoll sein.
Trocken, sauber, vor direkter Sonne und Chemikalien geschützt. Nach feuchter Nutzung sollte der Gurt vollständig an der Luft trocknen, bevor er verstaut wird.
Quellen: Literatur und weiterführende Verweise
- http://www.spiegel.de/reise/europa/klettergebiete-in-europa-wo-es-im-fruehling-an-den-felsen-geht-a-1138085.html
- http://www.bergundsteigen.at/file.php/archiv/2006/1/72-77%20(norm%20klettergschirr).pdf
- https://www.bergfreunde.de/basislager/klettergurte-wer-braucht-welchen/
- http://bergsteiger.de/sicherheit/kletterwissen/einbinden-am-klettergurt
Bildnachweis:
- https://pixabay.com/photos/forest-climbing-park-langenburg-931256/
- https://pixabay.com/photos/climbing-harness-climb-788647/
- https://pixabay.com/photos/via-dell-amicizia-steep-exposed-1512149/
- https://pixabay.com/photos/tree-wood-nature-man-human-adult-3285347/

